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Headhunter-Blog: Müller Milch in Nachfolge-Problem
NACHFOLGER GESUCHT
Chefsessel bei Müller-Milch frei
Gerade zwei Monate hielt sich Thomas Hübner als Geschäftsführer bei dem mittelständischen Molkereikonzern von Theo Müller, bekannt durch Marken wie Müller-Milch oder Weihenstephan. Thomas Hübner ist der dritte Geschäftsführer, den Müller Milch innerhalb von drei Jahren verschleißt.
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Temperament und Ideen passen nicht zusammen
Temperament und Ideen von Thomas Hübner und vom 68-jährigen Theo Müller, der bekanntermaßen auf Suche nach einem Nachfolger ist, und passen nicht zusammen. Wir sind überzeugt: Ein Headhunter bzw. Executive Search Consultant war mit den Platzierungen der drei verschlissenen Geschäftsführer nicht betraut. Wie hätte der Headhunter Temperamente und Ideen zusammenfügen können, die einfach nicht zusammenpassen? Nach unserem Verständnis ist das im Executive Search mehrfach aufeinanderfolgend unvorstellbar.
Theo Müller schätzte Erfahrung und Charakter von Thomas Hübner
Bei der Amtseinführung von Thomas Hübner hob Theo Müller neben der Erfahrung auch die Charaktereigenschaften des neuen Geschäftsführers hervor, die man für die Umsetzung der ehrgeizigen Internationalisierungspläne und den Ausbau der Marke Müller brauche. "Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, einen so erfolgreichen und international erfahrenen Experten zu gewinnen." Zuvor leitete Hübner sechs Jahre den Großhändler Metro Cash & Carry.
Nun werden also Temperament und Ideen sowie "grundsätzliche Meinungsverschiedenheiten über die Ausrichtung des Unternehmens" als Gründe für den abrupten Wechsel bei Müller Milch genannt. Hübner gilt als sprunghaft: Schon bei seinem Abgang von der Metro sollen Meinungsverschiedenheiten mit dem neu zur Metro gekommenen, strukturiert denkenden und sachlichen Vorstandschef Eckhard Cordes der wahre Hintergrund gewesen sein.
Der Patriarch von Müller Milch gilt als eigensinniger Choleriker, der sich immer wieder ins Tagesgeschäft einmischt und auch durch diverse Rechtsstreitigkeiten (gegen Umweltaktivisten von Greenpeace, gegen den ehemaligen Müller-Werbeträger, dem Produzenten und Showstar Dieter Bohlen) ins Rampenlicht geriet. Wenn Temperament und Ideen nicht zusammenpassen und dies nach nur zwei Monaten zum Bruch führt, dann liegt das so gut wie immer an schlechter Auswahlentscheidung auf beiden Seiten. Einem Executive Search Consultant, der Unternehmen und handelnde Personen kennt, sollte solche eine Fehlentscheidung nicht unterlaufen.
Operative Bodenhaftung in mittelständischen Konzernen gefordert
In Familienunternehmen und mittelständischen Konzernen, wie dem Molkerei-Konzern Müller Milch ist operative Bodenhaftung gefordert. Möglicherweise wollte Hübner - top-motiviert, wie er war - schnell außergewöhnliche Erfolge vorweisen. Mit Sicherheit war ihm die Übertragung von Gesellschaftsanteilen und Nachfolge von Theo Müller in Aussicht gestellt worden. Dabei mag Hübner wohl übersehen haben, dass Entscheidungsfindung und Tempo bei Müller Milch mehr operative Bodenhaftung erfordert, als in seinem bisherigen Job bei der Metro.
Müller-Milch in Nachfolge-Problemen
Gegen einen erneuten externen Geschäftsführer bei Theo Müller spricht, dass dieser mit Thomas Hübner bereits den dritten Geschäftsführer in nur drei Jahren verschliss und auch sonst gegen hohe Fluktuation in den Führungspositionen kämpft: Vor Hübner war Christoph Weiß, ein ehemaliger McKinsey-Berater ein Jahr lang an der Spitze des Molkereikonzerns. Davor hatte kurze Zeit Axel Dietz den heißen Stuhl inne. Vor diesen war Thomas Hinderer, heute Chef von Eckes-Granini, einige Jahre Geschäftsführer von Müller Milch. In 2004 und 2005 verabschiedete sich das komplette vierköpfige Führungsteam des Molkereikonzerns in kurzen Abständen. Ob Theo Müller den heißen Stuhl künftig noch mit einem externen TOP-Manager besetzen kann und ob sich ein Headhunter findet, der ihn dabei unterstützt, erscheint sehr fraglich. Zu viele Gründe sprechen dagegen. Theo Müller wird also Probleme haben, wenn er weiter an seiner Nachfolge arbeiten will. Am Rande bemerkt: Ein nur 68-jähriger Unternehmens-Patriarch will nicht wirklich an einer Nachfolge durch einen externen Geschäftsführer arbeiten. Er gibt aus strategisch-politischen Gründen allenfalls vor dies zu wollen. Einer wie Theo Müller will noch mindestens zehn Jahre selbst das Ruder in der Hand behalten.
Vielleicht besinnt sich Müller nun darauf, dass er zwei Söhne hat und wird einer Nachfolge in der Position des Geschäftsführers nun doch innerhalb der Familie regeln. Vor zwei Jahren hatte Theo Müller das noch ausgeschlossen und seinen Söhnen Stefan und Theo einen Korb gegeben. Wenn die beiden klug sind, lassen Sie sich dabei nicht verschleißen, wie ihre externen Vorgänger. Einen Headhunter braucht Müller Milch dann nur noch für den Executive Search weniger brisanter Posten.
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