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Headhunter-Blog: Fluktuation in Vorstandsetagen
ETHIK IN VORSTANDSETAGEN
Aufsichtsräte verschärfen die Kontrolle
Die Fluktuation in deutschen TOP-Unternehmen erreicht neue Rekorde: 2007 wurden doppelt so viele TOP-Manager gefeuert wie in den Jahren zuvor.
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Chefsessel wird zum Schleudersitz
Chefs wechseln - oder besser werden ausgetauscht - so häufig wie nie, obwohl die meisten der deutschen TOP-Unternehmen glänzende Ergebnisse abliefern. Nachwuchsführungskräfte in allen Ebenen, sowohl Aspiranten auf einen Vorstandsposten wie auch die Aspiraten auf die Jobs der künftigen Vorstände verfolgen diese Entwicklung genauso mit Interesse wie auch Headhunter und Personalberater im direct search, denn solche Zeiten bieten unerwartet Chancen. Chancen, die bei normalem Geschäftsverlauf erst einige Jahre später eintreten würden.
Vorstände und Konzernchefs stürzen reihenweise
An diesem Montag stürzte mit Infineon-Chef Wolfgang Ziebart wieder ein exponierter Konzernchef. Wie durch Zufall forderte Bundespräsident Horst Köhler am Tag darauf noch stärkere Kontrollen in deutschen Konzernen. Weitere prominente Beispiele: Saubermann Klaus Zumwinkel war nach der Liechtenstein-Steueraffäre nicht mehr tragbar, Henkel-Chef Ulrich Lehner wurde von Kasper Rorsted abgelöst und Klaus-Peter Müller musste Martin Blessing das Ruder der Commerzbank übergeben. Insgesamt gab es laut einer Studie der Unternehmensberatung Booz & Company bei 19,7 Prozent der börsennotierten Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz Veränderungen im Vorstand. In etwa einem Drittel der Fälle zogen die Aufsichtsräte die Notbremse, weil sie mit den Leistungen der geschassten Vorstände nicht zufrieden waren.
Fluktuation verdoppelt - neue Wirtschaftsethik gefordert
War der lang erstrebte Chefsessel früher die Versicherung für lebenslang weit überdurchschnittliche Einkommen bzw. Pensionen, so hat sich die Lage mittlerweile gründlich geändert. In vielen Fällen sind persönliches Fehlverhalten und Maßlosigkeit Teil der Begleitumstände des Scheiterns einzelner Vorstände. Deutschlands Vordenker - wie z.B. Bundespräsident Horst Köhler anläßlich der Verleihung des Max-Weber-Preises für Wirtschaftsethik in Berlin - fordern daher eine neue Ethik bzw. Wirtschaftsethik: faire Managergehälter, Mäßigung und eine deutliche Vorbildfunktion der TOP-Manager. Stärkere Kontrollen gerade auch der Vorstandsetagen und der Kontrollgremien der Unternehmen, den Aufsichtsräten, werden angemahnt.
Eigengewächse oft erfolgreicher
Untersucht man die Gruppe der gefeuerten TOP-Manager genauer, so fällt auf, dass Vorstände, die Ihre Karriere in Ihrem Unternehmen machten, weit seltener vom Rausschmiss bedroht sind, als solche, die von außen in die TOP-Führungsebenen berufen wurden. Dies muss nicht unbedingt bedeuten, dass letztere schlechtere Ergebnisse abliefern. Oft fehlt es den von außen in die Führungsteams geholten Managern ganz einfach an den nötigen Netzwerken, an der Hausmacht oder an alten bewährten Seilschaften: sie sind ganz einfach Outsider, Außenseiter, die im Unternehmen oft zu wenig Rückhalt haben. Dafür aber haben sie oft viele Neider im Unternehmen, die selbst kleinere Fehler gnadenlos ausschlachten.
Junge Branchen mit besonders hoher Fluktuation
Die Fluktuation ist in jungen Branchen besonders hoch: Besonders Vorstandschefs in den Branchen Telekommunikation (40 Prozent), Industriegüter (30 Prozent) IT (28 Prozent) und Energie (21 Prozent) wurden gefeuert. Die Banken stehen trotz der Finanzkrise deutlich stabiler da, als noch im Jahr zuvor.
Chancen der Fluktuation nutzen
TOP-Leute, die schon länger auf Ihre Chance warten, verfolgen diese Entwicklung mit wachem Auge und pflegen Kontakte zu seriösen Headhuntern. Nachhaltiger Erfolg nach einem Wechsel in TOP-Positionen wird sich nach unserer Überzeugung vor allem dann einstellen, wenn nicht nur gute Zahlen abgeliefert werden. Der neue Vorstand muss sich auch durch Mäßigung und eine klare persönliche Linie als Vorbild im Unternehmen und in der Gesellschaft erweisen, denn Unternehmen werden künftig verstärkt an ihrem Bild in der Öffentlichkeit arbeiten.
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