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Headhunter-Blog: Permira mit offensiver Strategie
DIVIDENDENSTRATEGIE
Permira: Offensive Dividendenstrategie
Noch desaströser hätte das Echo in der Öffentlichkeit kaum ausfallen können: Der Finanzinvestor "Permira saugt Hugo Boss aus", "Boss muss sein Füllhorn leeren" oder "Finanzinvestor schröpft Hugo Boss aus" so war es zu lesen im deutschen Blätterwald.
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Permira startet Charme-Offensive
Finanzinvestoren kommen immer wieder in Verdacht Unternehmen bis auf den letzten Tropfen auszusaugen. Immerhin musste Boss eine Sonderdividende von 350 Millionen Euro ausschütten. Horrorszenarien von Heuschrecken in Anzügen geisterten durch die Belegschaft bis hinein in den Hugo Boss Aufsichtsrat. Daher sah sich Permira in Gestalt seines Deutschlandchefs, Jörg Rockenhäuser bemüßigt Aufklärung zu betreiben und eine Charmeoffensive zu starten.
Boss soll Weltmarktführer für Lifestyle und Mode werden
Permira will seine Beteilung an Hugo Boss in etwa 4-5 Jahren verkaufen und dann satt Kasse machen: Dazu soll das Unternehmen zum Weltmarktführer für Lifestyle- und Modemarken aufgebaut werden. Aus diesem Grund habe Permira 1 Milliarde Euro Eigenkapital investiert. Wir sind der Meinung, dass sich der Plan soweit ganz vernünftig anhört: In Europa, wo die Kleiderschränke gut gefüllt sind, macht Hugo Boss 70 Prozent seines Umsatzes. Wachstumsmärkte in Asien haben dagegen kaum Bedeutung und das soll sich schnellstens ändern. Dazu will Boss unter der Ägide von Permira verstärkt in die Boom-Regionen Asiens investieren: über 30 Prozent mehr will Permira investieren; vor allem, um neue Hugo-Boss-Läden zu eröffnen.
Operativer Gewinn soll verdoppelt werden
Ein Auge hat der Finanzinvestor auch auf die in den einzelnen Ländergesellschaften sehr unterschiedliche Profitabilität. Die schwachen Ländergesellschaften sollen durch zentralere Führung auf ein höheres Niveau gebracht werden.
Zusammen mit einer erheblichen Steigerung des jährlichen Umsatzzuwachses, das derzeit bei 8 Prozent liegt, soll -wie auch bei anderen führenden Lifestyle und Modemarken üblich- ein operativer Gewinn von 20 bis 25 Prozent des Umsatzes ermöglicht werden.
Modeleute bleiben skeptisch
Obwohl Permira den Mitarbeitern von Boss mit einer Standort- und Beschäftigungsvereinbarung zusicherte, dass sich in Deutschland nichts wesentliches ändern werde, also alle 2500 Jobs in Deutschland erhalten bleiben sollen und an den Sozialleistungen incl. hauseigenem Fitness-Studio und Edel-Kasino für alle nicht geknausert werden soll, bleiben die Mitarbeiter von Boss skeptisch. Die Hauptsorge ist wohl, dass die Modeleute nicht glauben können, dass ein Finanzinverstor die spezielle Unternehmenskultur bei Boss unangetastet lassen kann, die da heisst "Freiräume für Kreative". Aktuell sucht Permira, wie man hört über renommierte Headhunter, einen Nachfolger für den bisherigen Vorstandsvorsitzenden Bruno Sälzer, der aufgrund von unüberbrückbaren Meinungsverschiedenheiten mit den neuen Eigentümern im Februar hingeschmissen hat: "Die Chemie zwischen ihm und den neuen Eigentümern stimmte nicht mehr".
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