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Headhunter-Blog: Stressfragen im Jobinterview 

STRESSINTERVIEW BEIM HEADHUNTER

Es gibt keine Fragen, die im Jobinterview nicht gestellt werden

Wie mit unzulässigen Fragen umgehen? Fangfragen, Stressfragen und auch offensichtlich unzulässige Fragen setzen manche Headhunter besonders im Executive Search gezielt ein, um Bewerber aus der Reserve locken. Reagiert er spontan und unverkrampft, hat er Antworten aus Ratgebern parat, die er herunterspult oder verliert er die Contenance? Das Stressinterview offenbart viel über den Bewerber. Gelassen zu bleiben, ist der beste Tipp und auch für Fortgeschrittene nicht immer ganz einfach.


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Headhunter müssen den optimal geeigneten Bewerber im Unternehmen präsentieren

Die Motivation der Headhunter, besonders bei Bewerbern um Positionen, die erhöhte Stressresistenz erfordern, ein Stressinterview zu führen oder das Job-Interview zumindest mit ein paar unerwarteten Stressfragen zu schärfen, ist klar: Heutzutage geht so gut wie jeder Bewerber gut vorbereitet in ein Job-Interview und die Bewerbungsunterlagen sagen auch nicht mehr so viel aus. Es ist ein Leichtes fachkundige Hilfe in Anspruch zu nehmen, um sich auf dem Papier optimal zu präsentieren. Wie also entdeckt man mögliche Schwächen des Bewerbers, wie kann man ihn in kürzester Zeit wirklich kennenlernen, wie gelingt es ihn aus seiner einstudierten Rolle herauszuholen und sich ein Bild seiner wahren Persönlichkeit zu machen? Fangfragen, sagen die einen dazu, Stressfragen trifft es besser, denn trotz allem: Kein Headhunter will einen Bewerber austricksen oder reinlegen. Der Headhunter will nichts als den Bewerber wirklich kennenlernen, um den optimal geeigneten Bewerber im Unternehmen präsentieren zu können.

Stressfragen als Chance begreifen

Was sagen eigentlich Ihre Kinder, wenn Sie für die Firma um die halbe Welt jetten und kaum Zeit für die Familie haben? Was würden Sie tun, wenn Sie morgen Ihren Job verlieren würden? Welchen Wirtschaftführer lehnen Sie kategorisch ab und aus welchen Gründen? Wie ist es um Ihre Gesundheit bestellt; wie oft waren Sie im letzten Jahr krank und aus welchen Gründen? Solche Fragen werden durchaus gestellt, und jeder Headhunter wird einem Bewerber raten, souverän zu reagieren. Gerade auch im Stressinterview ist es nicht angebracht Fragen mit Gegenfragen zu beantworten oder auf die Unzulässigkeit einer Frage zu verweisen. Auch sollte der Bewerber sich klar machen, dass er eben nicht auf Augenhöhe kommuniziert; ein Wechsel auf eine Meta-Gesprächsebene wird der Headhunter als manipulativen Versuch werten einer unangenehmen Frage auszuweichen. Am besten Sie begreifen Stressfragen als Chance etwas Positives mit Substanz von sich zu geben. Packen Sie den Stier bei den Hörnern, lassen Sie ihn -wie in fernöstlichen Kampfkünsten- mit seinem eigenen Schwung ins Leere laufen. So nutzen Sie den Angriff, um sich optimal zu positionieren.

Die Frage welchen Wirtschaftführer Sie kategorisch ablehnen und aus welchen Gründen, könnten Sie zum Beispiel so beantworten: Als junger Bauingenieur war ich mit Kalkulation und Angebotsbearbeitung komplexer Bauvorhaben beschäftigt. Schon nach kurzer Zeit ging mir ein Licht auf: Kaum ein größeres Bauvorhaben, das in Deutschland nicht im Vorfeld durch Preisabsprachen bestimmten Unternehmen zugeschanzt wurde. Derartige Praktiken, also Korruption, Steuerhinterziehung und weitere damit verbundene Straftaten lehne ich bei jedem Manager ab. Ich zog damals auch aus Verantwortung für meine Familie die Konsequenz und habe mir alsbald eine neue Aufgabe gesucht, bei der ich derartigen Praktiken nicht ausgesetzt war und die es mir erlaubte über sechs Jahre sehr erfolgreich für mein neues Unternehmen zu arbeiten. Mein damaliger Chef, den ich trotz allem als Mensch und wegen seiner fachlichen Kompetenz sehr schätzte, ist übrigens zwei Jahre nach meinem Ausscheiden festgenommen worden und dann zu einer Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden.

Stressfragen nicht provozieren - erspart Kummer und Sorgen

Manch ein Bewerber präsentiert sich derart überperfekt, dass er damit Stressfragen regelrecht provoziert. Sinnlose Übertreibungen in Bewerbungsunterlagen oder unplausible Aussagen im Jobinterview liefern oft die Steilvorlage für wahrhaft unangenehme Fragen. Der Bewerber sollte sich nicht in die Enge treiben lassen und Stresssituationen positiv auflösen. In Wirklichkeit handelt es sich bei Stressfragen oder Fangfragen nur um unerwartete, zirkuläre oder indirekte Fragen, oft auch um Fragen, die durch Hypothesen Einschränkungen oder Erweiterungen des Kommunikationsraumes vornehmen, um die Haltung des Bewerbers zu einem bestimmten Thema zu entlocken, die er auf direktes Nachfragen nicht preisgeben würde oder um ihn in einem unbegrenzten Kommunikationsraum zu beobachten oder in einen einengenden Kommunikationsraum zu zwingen. Der Headhunter kann so beobachten, wie der Bewerber emotional reagiert, welche rethorischen und integrativen Fähigkeiten er mitbringt, wie er also eine verfahrene Kommunikationssituation positiv auflöst. Wie der Bewerber im Stressinterview auf eine Frage antwortet, ist neben dem was er sagt entscheidend. Der Bewerber sollte gelassen und freundlich bleiben sowie sachbezogen und argumentativ antworten.

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Stress-Interviews sind Instrumente der Personalauswahl im Executive-Search, um Bewerber aus der Reserve zu locken

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